Art:                 Gedicht

 

Anlass:                     Kein Geschenk bei einer Einladung

Mitwirkende:            

Requisiten:             ...

 

Quelle:                      H.E.

 

Das Schleifengedicht:

 

Wenn du wo eingeladen bist,

dann fordert es der Brauch,

dass etwas mitzubringen ist,

und so halte ich es auch.

 

Jedoch man schwer hat nachzudenken,

womit man bloß kann Freude machen.

Was soll dem Mädchen ich bloß schenken,

sie hat sicher schon viele Sachen.

 

Zu Trinken und zu Essen?

Was Süßes schmeckt auch gut!

Das will ich gleich vergessen,

weil’s wohl manch andrer tut.

 

Ein Halstusch oder Socken,

kamen mir in den sinn.

Doch bin ich gleich erschrocken,

dass so profan ich bin.

 

`Nen Gutschein für die Oper?

`Nen Freischein für den Zoo?

Im Restaurant `nen Festschmaus?

Einen Duftspray für das Klo?

 

`Ne Reise in den Süden

zum Baden an das Meer?

Die Alpen überfliegen?

Ich denk: gibt auch nichts her.

 

Ein Mofa oder Fahrrad

dass du bist stets mobil?

Ich glaube, dass du das schon hast.

Ist außerdem auch nicht mein Stil.

 

`Nen Kurs fürs Fallschirmspringen?

Wer weiß, was da passiert!

Mit den Wiener Sängerknaben singen?

Vielleicht dich das geniert.

 

5 Kilo Schwartenmagen?

Ein Fässchen Weizenbier?

Das könnt man stets vertragen,

doch ähnliches ist schon hier.

 

Ein Jahres-Zeitschriftabbo

den Playboy etwa gar?

Eine Ladung Taschentücher

die reichen für ein Jahr?

 

Einen rosa Elefanten?

`nen Kaktus winzig klein?

Der eine wird zu groß wohl

der andre zu stachlig sein!

 

Wie wär es mit `ner Katze

die schmust und schnurrt, miaut,

und auch mal mit der Tatze

nach deinem Walter haut?

 

Das könnte Ärger geben,

ich laß es lieber aus,

denn einen Schmusekater

hast du ja schon im Haus.

 

Den Sonnenschein zu schenken,

liegt nicht in meiner Macht.

Eher will ich daran denken,

an ein Ständchen um Mitternacht.

 

Gesundheit, langes Leben,

kann auch ein Wunsch bloß sein.

„Ich finde nicht zu geben!

Mir fällt nichts Passendes ein!“

 

Je mehr ich so bedachte,

mir das Gehirn verrenk`,

die Lösung kam bei Nachte,

ich bring mich selbe als Geschenk!

 

Ich bind mir eine Schleife

um meinen dicken Hals.

wasch mich mit guter Seife

die Händ`noch allenfalls.

 

Und mit gereimtem Worte

da wird ich gratuliern,

an diesem festesorte

mich dabei nicht geniern.

 

Ich werde allen berichten,

was mir denn so passiert`,

und zwar werde ich dichten

wohin mich das geführt.

 

Uns so wird`ich beginnen

ein jeder soll mich hörn,

was mir ging durch die Sinne

um dich heute zu ehrn.

 

 

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